8. Eintrag (Kolumne)

Autokorrektur 

Whatsapp, täglicher Begleiter, Retter in der Not und für mich schlichtweg nicht mehr weg zu denken. Solange man mit dem Internet verbunden ist hat man die Möglichkeit gratis SMS zu verschicken und Anrufe zu führen. So weit so gut, gäbe es da nicht diese (verdammte) Automontur, entschuldigen sie, AutoKORREKTUR.

Und somit wären wir bereits mitten im Thema.

Zum Beispiel war ich mit meiner Freundin zum Essen verabredet. Aus meiner kurzen Mitteilung  „Sorry stehe im Stau!“ wurde kurzer Hand  „Sorry stehle im Staub“, oder da möchte man der Mutter nur kurz mitteilen, dass man das Telefon wirklich nicht gehört hat und heraus kommt ein „Tüten mir leid, ice habe das Telekom wirklich nicht erhört“. Nachdem ein Fragezeichen zurückkam, stellte ich fest, dass ich meine Nachrichten in Zukunft vor dem Abschicken eventuell nochmals Korrekturlesen sollte (ignorieren wir den Fakt, dass das theoretisch gesehen Autorkorrektur’s Aufgabe ist).

Doch natürlich passierte es wieder.

Vor circa einer Woche verschickte ich ein „Und, wie steht’s“ anstelle von „Und, wie geht’s“, an einen Typen, den ich in einer Bar kennengelernt hatte. Als ich darauf lachende Emojis und ein „Sehr gut (;“, erhielt, beschloss ich kurzerhand, Autokorrektur aus meinem Leben zu verbannen. Immerhin ist es sowieso nutzlos und korrigiert mehr den Inhalt als die Schreibfehler.

Und dann begann die Suche nach der gesuchten Einstellung. Angefangen beim Durchscrollen der Startseite von „Einstellungen“, weiter zu Kontrollzentrum und schlussendlich zu „Allgemein“, wo ich zuerst partout die Wahl der Tastatur überlas und deshalb einfach jeden Button von links nach rechts schob, der auf dem Bildschirm auftauchte.

Natürlich passierte nichts, ausser dass sich plötzlich die Farben umkehrten und ich ausversehen den Zoom anschaltete und auf einmal alles bis auf ein einzelnes Wort verschwand. Natürlich fror der Bildschirm ein und ich musste das Handy nochmals abschalten und den Code eintippen und dann endlich, stand da Tastatur (obwohl ich schwören könnte, dass es zuvor nicht da war). Noch wenige Klicks weiter und endlich war es erledigt. Gleich darauf wollte ich meiner Freundin eine freudige Nachricht schreiben ohne ständig korrigiert zu werden, wollte ihr zeigen, dass ich ohne Autokorrektur auch im Stande war, wie alle anderen, korrekte Nachrichten zu verfassen.

„Igh habe si enlich ausgeschaltet!!!“

https://docs.google.com/document/d/19avJ2QKGMj-h4u-VPobhESK2Rhi6t9kALtLCOq0iPXc/edit?usp=sharing (Google Docs Dokument)

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7.Eintrag

In der letzten Stunde bekamen wir den Auftrag, uns mehrere kurze Filme anzusehen, in welchen es um „Stilmittel“ in Filmen ging.

(Ich habe entschieden, über dieses Video zu schreiben: Der Regen im Film)

Regen kommt nicht selten in mindestens einer Szene in einem Kinofilm vor (manchmal regnet es auch durchgehend); häufig wird er als ein Stilmittel genutzt, um die Dramatik zu steigern, Emotionen zu untermalen oder er erscheint als Vorboten von Gewalt oder kurz vor dem Höhenpunkt des Filmes.

Auch die damit verbundenen Regenschirme sind beliebt, da so sehr schöne Aufnahmen entstehen.

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6. Eintrag

EDEKA Weihnachtsclip – #heimkommen

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EDEKA Weihnachtsclip – #heimkommen – YouTube

 

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass mir der Clip gefallen hat. Hätte man mich allerdings im Voraus nicht darüber informiert, dass es sich um eine Werbung für EDEKA handelt, hätte ich das Video wahrscheinlich mit einem Filmtrailer verwechselt. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo ganz am Schluss das Logo von EDEKA erscheint.

Den Zusammenhang zwischen der wirklich gefühlten Emotion und EDEKA ist während den rund eineinhalb Minuten langen Clip nicht wirklich mit Esswaren zu verbinden. Aber in dem Video geht es darum, dass der Grossvater die Familie an Weihnachten zusammenbringen will. (Eine Frage die sich aufdrängt: Kaufen einsame und alte Leute bei EDEKA ein?)

Klar isst die Familie schlussendlich fröhlich an einem Tisch, doch die Nahrungsmittel werden nicht speziell in den Vordergrund gerückt, was unlogisch ist (genauso wie die Tatsache, dass alles fröhlich und „perfekt“ ist, sobald der totgemeinte Grossvater im Türrahmen steht. Ich weiss nicht, wie ich und meine Familie reagieren würde, doch ganz bestimmt nicht so; mit einem fröhlichen Weihnachtsessen).

In der letzten Adgm-Stunde haben wir über den Spot geredet und darüber, was eine gelungene oder problematische Werbung ausmacht. Einige Punkte haben sich dabei angesammelt:

Gelungene Werbung

  • Man sieht sich gerne die gesamte Werbung an, wenn sie zum Beispiel auf Youtube vor dem eigentlichen Video kommt
  • Löst Emotionen aus
  • Der Spot bleibt in Erinnerung
  • Er regt zum Nachdenken an
  • Das Werbeprodukt wird nicht in den Mittelpunkt gestellt (gehört auch auf die problematische Seite)

Problematische Werbung

  • Der Clip animiert nicht zum Kauf
  • Das Produkt ist nicht sichtbar/steht nicht im Mittelpunkt
  • Der Spot spielt mit dem schlechten Gewissen

Laut den oben genannten Punkten, müsste der Weihnachtsclip als gelungene Werbung eingestuft werden, da, aus meiner Perspektive, ich mir die Werbung gerne angeschaut habe (im Gegensatz zu vielen anderen Werbungen, die in den fünfzehn minütigen Pausen zwischen den zwanzig minütigen Filmsequenzen abgespielt werden), er hat Emotionen ausgelöst und bleibt daher in Erinnerung. Er regt mich auch zum Nachdenken an (wie viele ältere Menschen verbringen ihr Weihnachten alleine?). Eigentlich habe ich nur am letzten logo1418969340„positiven“ Punkt etwas auszusetzen, da ich denke, dass eine Werbung eigentlich ein Produkt zur Schau stellen müsste, was dieser Clip nich tut.

Allerdings hatten die Produzenten wahrscheinlich auch nicht im Sinn, ein bestimmtes Produkt anzupreisen (sonst hätten sie dies getan), sondern in Erinnerung zu bleiben. In dem Fall haben sie ihr Ziel bei mir erreicht (auch wenn der Name EDEKA spätestens nach der „Supergeil“-Werbung fest in meinem Gehirn verankert ist). Zum Kauf animiert mich die Werbung aber trotzdem nicht. Ich weiss nicht warum, doch ich fühle, obwohl mir die Werbung gefallen hat, kein extremes Bedürfnis, zu EDEKA zu gehen und etwas zu kaufen.

 

 

Reportage

Zu Besuch bei «Zero Zero»

Am 23. November 2015 besuchten wir das Geschäft «Zero Zero», welches an der Stadtturmstrasse 15 in Baden liegt, etwas unscheinbar und direkt hinter dem Bahnhof.

Das Geschäft wirkt schon von aussen sehr einladend; warmes Licht scheint hinter dem Aufkleber des Geschäftsnamens hervor, Platten, Plattenspieler, CDs und diverse andere Accessoires füllen die beiden Schaufenster. Das Thema dieses Ladens ist klar, es dreht sich alles um Musik.

IMG_1255Beim Betreten des Geschäfts begrüsst uns der Ladeninhaber, Pedro Wiederkehr, freundlich, bevor er sich wieder seinen Telefongesprächen zuwendet. Er ist ein eher kleiner, braungebrannter Mann mit einem lateinamerikanischen Touch und einer blauen Adidas Jacke.

Auch wenn die Atmosphäre aufgrund emotionaler Telefongesprächen etwas angespannt ist, wirkt der Laden sehr gemütlich und „old fashion“ auf uns, so wie man sich einen Musikladen, indem es möglich ist, so gut wie jedes Album oder special Edition zu bekommen, vorstellt.

Überall stapeln sich CDs, die Regale sind voll von den silbernen Scheiben, darunter türmen sich hunderte von DVDs, sowohl neue als auch Occasionen (welche man für fünf Franken erwerben kann) und die Wände sind mit Plakaten von diversen Musikern, Gruppen, Albumcovers und Konzerten zugekleistert.

Gerade im Eingangsbereich befindet sich eine Abteilung von verschiedenen Kleidern und Accessoires, wie Pullover, Jacken, Taschen, Rucksäcke und verschiedene Caps, fast alle von berühmten Marken (zum Beispiel von OBEY) und dementsprechend kostspielig.

IMG_1260Angrenzend an den Bereich der Kleider und Accessoires lieg ein separater Raum, der gerammeltvoll mit Schallplatten ist. Die Auswahl erstreckt sich von „The Beatles“ über „Metallica“ bis zu Adeles neustem Album (DVDs dürfen auch hier nicht fehlen). Neben der Kasse, welche im Zentrum des ganzen Geschäftes steht, befindet sich eine Theke, an der begehrte CDs, mit grossen Kopfhörern angehört werden können, bevor man sie sich kauft. Es ist ein Ort zum Verweilen, glücklicherweise sind Cola, Ice-Tea, Kaffee oder sonstige Getränke ebenfalls im Angebot, so kann der Aufenthalt richtig genossen werden.

Beim Durchstöbern der CDs und Filme läuft durchgehend leise Musik aus den Lautsprechern und eines ist sicher; hier ist für Jedermann, der gerne Musik hört, etwas zu finden.

Als Pedro eine kurze Pause von den Telefonaten macht und den Hörer beiseitelegt, spricht er uns an, ob wir die seien, die angerufen haben. Wir bejahen und werden dann mehr oder weniger freundlich und die Aufmerksamkeit mit seinem Computer teilend dazu aufgefordert, unsere Fragen zu stellen.

Zu Beginn unseres Gespräches ist er noch sehr von seinem Bildschirm und seinem Telefon eingenommen, da irgendetwas nicht so zu funktionieren scheint, wie es eigentlich müsste und ab und zu unterbricht ein Kunde unser Gespräch, doch das stört die Unterhaltung kaum. Im Gegenteil, je länger wir reden, desto offener wird er.

So erfahren wir zum Beispiel die Herkunft des Namens seines Geschäfts. Erst will er uns nicht erzählen was der Ursprung des Namens «Zero Zero» ist, da die Geschichte anscheinend, wie er lachend erklärt, nicht unbedingt jugendfrei sei. Schlussendlich gibt er uns das Geheimnis dann doch Preis.

Als er 1980 seinen Laden eröffnete, startete er mit einem etwas kleineren Sortiment, welches damals hauptsächlich aus Platten und Schmuck bestand. Als die Nachfrage für CD-ROMs anstieg, war er dazu gezwungen, den Wünschen der Kundschaft nachzugehen. So schrumpfte die Anzahl der Platten und die der CDs stieg rapide an.

IMG_1257In der Planung des Geschäfts schien ihm kein Name gut genug, auch wenn er bereits eine Liste von ungefähr zwanzig verschiedenen Vorschlägen geschrieben hatte.

Noch im selben Jahr machte er eine Reise nach Marokko. Während einer Einkaufstour wurden ihm immer wieder die beiden Namen «Zero Zero» und «Sputnik» zugerufen (zu dieser Zeit wurden die beiden bekanntesten Cannabissorten so genannt). Alsdann gingen ihm die beiden Namen einfach nicht mehr aus dem Kopf, erzählt er mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Schlussendlich entschied er sich für «Zero Zero», da es seiner Meinung nach besser zu dem Geschäft passt und es einfacher ist, es sich zu merken.

Jedoch verschwindet dieses Lächeln gleich wieder, als er erzählt, wie es im Moment um das Geschäft steht. Das Internet ist mit dem Onlineshopping einer der grössten Konkurrenten für ihn. Von seinen vier Arbeitsplätzen musste er zwei streichen nur. Somit blieben nur noch er und Emma, welche aber nicht anwesend ist, übrig.

Pedro meint, die heutige Gesellschaft sei einfach zu faul. Die Leute gehen nicht mehr in die Läden, um die CDs, Platten oder DVDs zu kaufen, sondern holen sich die gewünschten Unterhaltungsmedien bequemer und billiger aus dem Internet, was viel weniger Zeit beansprucht, als in einen Laden zu gehen und sich dort durch das Sortiment zu schlagen. Auf unsere Frage ob iTunes eine grosse Konkurrenz sei, antwortete er: „Nein, iTunes ist gar nicht so eine grosse Konkurrenz. Schlimmer sind Streaming, Onlinebestellungen und das gratis Downloaden.“

Auch die Lage des Ladens ist nicht gerade vorteilhaft. Auch wenn er nur  100 Meter vom Bahnhof entfern ist, sparen sich viele diesen Weg und die 3 Minuten, welche zu laufen wären, lieber für andere Dinge auf.

«Wenn man im Detailhandel ist, lernt man die Welt erst richtig kennen.»

 Seine Kundschaft besteht hauptsächlich aus Stammkunden, welche über das Weitererzählen auf das Geschäft aufmerksam wurden. Die jüngeren Generationen statten selten einen Besuch ab. Das erstaunt uns, da, als wir an unserer Schule erwähnten über was wir unsere Reportage machen werden, die Meisten den Laden bereits kannten.

Auf den Vorschlag, er könne doch Werbung machen, lacht er nur. Es sei heutzutage sehr schwer und teuer, gute Werbung zu publizieren. Die einzige „Werbung“, die sie haben, ist ihre Webseite, welche seit langer Zeit nicht mehr aktualisiert wurde und daher ziemlich veraltet ist.

 «Zero Zero gibt es nur noch, weil wir so eine grosse Auswahl haben.»

Der Laden ist nicht wirklich auf ein spezifisches Genre ausgerichtet, sondern bietet eine vielfältige Bandbreite an Musikstilen an. Pedro schätzt, er hätte 47‘000 Titel zum Verkauf in seinem Geschäft und er behauptet stolz, er besitze die grösste Sammlung in Europa. Wenn man sich im Laden umschaut und die, wie gesagt, meterhohen CD Türme ansieht, ist das leicht zu glauben.

Allmählich schweifen wir von den eigentlichen Fragen ab und beginnen über die Auswirkungen der digitalen Medien auf die Menschen zu sprechen. Es stellt sich heraus, dass Pedro ein ziemlich kulturpessimistischer Mensch ist. Auch wenn er nicht alles am Internet kritisiert, so ist er doch sehr negativ gegenüber dem Onlinegeschehen eingestellt. Shitstorm-gegen-Zalando-auf-Facebook-745x559-83aefe5d7571165aEs fällt auf, dass er, sobald man die schlechten Seiten des Internets anspricht, sofort auf sein Problem „Onlineshopping“ zurückkommt, so zum Beispiel auf das Thema Zalando.
Mit einem spöttischen Grinsen im Gesicht erzählt er, dass es bei Zalando bald möglich sein soll, sich selbst, beziehungsweise einen selbst erstellten Avatar von seinem Körper, mit Kleidern und Accessoires einzukleiden, welche der populäre Onlineshop zu bieten hat.

Auch im weiteren Verlauf unseres Gespräches kommt er immer wieder auf das Thema Zalando zurück, wobei folgendes Zitat fiel:

«Die Leute müssen zuerst merken, dass das Handy ein Körperteil von ihnen ist, erst dann können sie normal damit umgehen.»

Diese Aussage stammt von einem hochrangingen Mitarbeiter von Zalando. Pedro ist total begeistert von dieser Aussage und stimmt ihr vollkommen zu.

Doch bei diesem Thema gehen die Meinungen auseinander; auf der einen Seite stehen die, welche begeistert von Zalando sind und zwar nicht nur, weil man von zu Hause aus bestellen kann, sondern weil die Auswahl einfach viel grösser ist als in einem Tally Weijl oder einem H&M.

Auf der anderen Seite hat Pedro vollkommen recht. Die Mehrzahl von uns Menschen aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert finden es viel einfacher, nach der Arbeit oder nach der Schule einige Minuten an den PC zu sitzen und seine Kleider bequem von zu Hause aus zu bestellen, immerhin kostet das bestellen und zurückschicken noch nichts. Die Kleider, Bücher, CDs oder andere Artikel werden direkt zu einem nach Hause bis auf die Fussmatte geliefert, so dass man am Abend nicht noch in die Stadt fahren muss, um dort seine Kleider kaufen zu gehen, was sehr viel mehr Zeit in Anspruch nehmen würde.

Und trotz der Einfachheit und des Komforts des Lieferdienstes kann Pedro nicht nachvollziehen, wie einige Personen nur im Internet einkaufen können. Er persönlich müsse das Produkt, welches er kaufen möchte, in den Händen halten, bei Büchern einige Seiten lesen, den Stoff der Kleider fühlen und beim Anprobieren sehen, wie die einzelnen Teile an ihm aussehen. Er meint, es gehe auch darum, sich Zeit für etwas zu nehmen, erst dann ist es nicht mehr ein Muss.

Zum Ende des Besuches kann man sagen, dass wenn Pedro über das Internet und den Zustand von «Zero Zero» spricht, fällt schnell auf, dass, auch wenn er es nie wörtlich erwähnt, ihm das Geschäft wirklich sehr am Herzen liegt. Allerdings ist dies nach nun fast fünfundzwanzig Jahren in denen er dort arbeitet kein Kunststück.

Doch er wird nicht aufgeben und hofft noch immer, dass wieder mehr Leute auf CDs und Platten zurückgreifen.

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5.Eintrag

Einmal klicken und gut ist’s

Ich war heute mit Sina für eine Reportage, die wir für DGM machen, im Zero Zero in Baden. Es war sehr interessant und auch wenn der Mann anfangs etwas abweisend wirkte, so blühte er gegen Ende des Gespräches, wo Interviewfragen schon lange vergessen waren, richtig auf. Und er sagte einige Dinge, die mich zum Nachdenken anregten und mich in Erstaunen versetzten.

Er erzählte uns viel darüber, wie die Verkaufszahlen in den verschiedenen Branchen (Musik, Kleider, Bücher) am Zusammenbrechen sind. Dass dies in der Musik- und Buchindustrie so ist, war mir bereits bewusst, dass auch die Kleiderindustrie davon betroffen ist, war für mich Neuland.

Diverse Kleidergeschäfte gehen ständig Konkurs, da die Menschen schlichtweg nicht mehr in die Läden gehen und von dort ihre Hosen, T-Shirts etc. beziehen, nein, bequem soll’s sein, rasch von zu Hause mit einem kurzen Klick auf den Kauf-Button, Kreditkartennummer plus Pin-Code eingeben und die Sache ist bis das Paket ankommt gegessen. Ist doch viel bequemer, nicht? Für den Käufer vielleicht. Für den Verkäufer ist das nicht so toll. Vor allem wenn er seinen Job verliert, weil Menschen heutzutage zu faul sind, sich von der „ach-so-bequemen“ Couch zu hieven („Aber hey, es betrifft ja nicht mich, also was hat es mich zu interessieren?!“).

Also wird munter weiter im Internet eingekauft, bevorzugter Weise bei Zalando, da kann man das Päckchen sogar gratis zurückschicken! Mein Stiefvater gehört zu der Art Mensch, die Kleiderläden nicht ausstehen kann und somit steht monatlich ein Zalando (schrei vor Glück) „Päckchen“ vor der Tür.

Aber egal, es geht hier jetzt nicht um meinen Stiefvater.

Ich persönlich kann den Reiz von online Einkaufen nicht nachvollziehen (und das liegt nicht alleine daran, dass ich weiblich bin, ich kenne ehrlich gesagt mehr Frauen als Männer, die zu der Zalando-Fraktion gehören). Es widerstrebt mir einfach, ein Kleidungsstück zu kaufen, ohne es in den Händen gehalten zu haben. Ich meine, was mach ich, wenn der so weich aussehende Pulli in echt ein kratziger Rollkragenpullover ist, der mehr einem Kartoffelsack gleicht, als dem Ding, das ich auf dem kleinen Foto auf meinem Bildschirm gesehen habe? Ach ja stimmt, ich kann es gratis zurückschicken. Aber egal, es will trotzdem nicht in meinen Kopf. Ich denke, es geht irgendwie auch darum, dass man sich für etwas bewusst Zeit nimmt. Dann ist Einkaufen gar nicht mehr so schlimm. Ich meine, ist es nicht sinnvoller, etwas „Reales“ zu tun, als den gesamten Tag auf dem Sofa herumzulümmeln und Dinge im Internet zu kaufen? Ich weiss ja nicht. Aber schlussendlich ist es jedem selber überlassen. (Wie gesagt: Betrifft mich nicht, interessiert mich nicht. Scheint bei vielen Dingen heutzutage das Motto der Gesellschaft zu sein.)

Traurig wird es für die Couch-Potatoes, wenn sie eines Tages in die Stadt wollen, um sich für die Beerdigung, die am Nachmittag stattfindet, ein paar schwarze Halbschuhe zu kaufen. Sie werden mit einem paar billigen schwarzen Turnschuhen an der Beerdigung auftauchen, denn was mit der Zeit in den Städten noch überlebt sind Billig-Läden, die guten italienischen Qualitätsschuhe gibts in 5 Tagen per Mausklick! (Dass man sie kostenlos zurückschicken kann, spielt dann auch keine grosse Rolle mehr).

  

4.Eintrag

                                  Unknown

Her

In den letzten beiden Unterrichtseinheiten haben wir einen Film namens „Her“ geschaut. Da ich letzte Woche krank war, habe ich den Film zu Hause beendete, meine Mutter und Stiefvater waren ebenfalls mit von der Partie.

„Grob“ zusammengefasst geht es um einen Mann (Theodore), der einfach nicht über die Trennung mit seiner Ex-Frau hinwegkommt (wohlgemerkt ist das bereits ein Jahr her). Er ist immer sehr niedergeschlagen, hört die ganze Zeit melancholische Musik und es kommt mir nicht so vor, als hätte er noch an irgendetwas Freude. Die Welt, in der der Film spielt, ist in der Zukunft und die Technologie ist weit fortgeschritten. Alle Menschen laufen mit einem Knopf im Ohr herum, den sie per Reden steuern können (oder per Gedanken, aber das wird im Film nicht erwähnt). Auf jeden Fall wirken alle Leute recht einsam und in ihrer eigenen „technischen“ Welt unterwegs.

Als Theodore eines Tages von seiner Arbeit als Briefeschreiber nach Hause geht, passiert es: Er geht an einem Stand vorbei, wo man sich das erste, mit künstlicher Intelligenz ausgestattete IOS kaufen kann. Theodore nimmt es mit nach Hause, ladet es herunter und… ist sofort fasziniert von der Frauenstimme, die aus seinem Computer kommt und sich, nachdem sie in weniger als einer Sekunde ein gesamtes Namenbuch durchgelesen hat, Samantha nennt.

Und dann beginnt der eigentliche Film. Samantha und er reden die ganze Zeit, lachen zusammen, sie tröstet ihn (so weit das per Stimme halt geht), da er noch immer mit der Scheidung von seiner Ex kämpft, und sie haben auch die eine sexuelle Erfahrung (worüber meine Eltern nicht gerade Freudensprünge machten, aber das ist jetzt auch nicht so wichtig) und machen Ausflüge, wo Samantha oft so nebenbei ein selbst komponiertes Klavierstück aus dem Ärmel schüttelt (die meiner Meinung nach wirklich schön sind, das muss man ihr lassen).

Wie es halt kommen muss, führen die Beiden irgendwann so eine Art körperlose Beziehung. Ich denke nicht, dass Fernbeziehung das richtige Wort ist, um es zu beschreiben, doch es kommt meiner Meinung nach am nahsten ran. Sie können sich nicht berühren, lieben sich trotzdem.

Und dann beginnt das Drama. Es fängt damit an, dass Theodore sich nochmals mit seiner Ex trifft, um mit ihr zusammen die Scheidungspapiere zu unterschreiben. Dabei erzählt er ihr dass er eine Beziehung mit einem IOS führt, was sie überhaupt gar nicht nachvollziehen kann. Darauf ist er wieder niedergeschlagen und stellt alles in Frage, doch Samantha und er könnten die Situation gerade noch retten. Doch dann beichtet Sam, dass sie mit noch tausend anderen Menschen redet und mit rund 600 so eine Art Beziehung führt.

Das machte Theodore natürlich völlig fertig. Als Samantha plötzlich mit einem anderen IOS zu reden beginnt (einer, der eigentlich schon tot ist, doch irgendwie konnten die Menschen ihn nachkonstruieren (zumindest seinen Kopf)), verlieren sich die Beiden immer mehr. Sie driften voneinander weg, seit der Sache mit seiner Ex und auch wenn sie es schön spielen wollen, ist es deutlich spürbar, dass es nicht mehr das Gleiche ist.

Das Ende fällt dann so aus, dass alle IOS gehen.

Und ich kann mich bis jetzt nicht entscheiden, ob dieses Ende unter die Kategorie „Happy End“ eingestuft werden kann. Zum Einen nein, da sie ja nicht zusammenkommen aber anderseits… ja. Vielleicht wird er glücklicher ohne Sam. Vielleicht findet er jemand in der Realität, bei dem er sich sicher sein kann, dass er nicht so programmiert ist, dass er einem gefällt, sondern dass es wirklich so ist. Jedenfalls bin ich hin und her gerissen.

Im gross und ganzen fand ich persönlich den Film spannend und er lässt Fragen aufkommen. Wie lange dauert es noch, bis wir technologisch so weit fortgeschritten sind, wie diese Menschen in dem Film? Wie lange dauert es noch, bis wir eine künstliche Intelligenz wie Samantha in die Welt setzten können? Wollen wir das überhaupt? Und schon wieder: Kann man jemanden lieben, den man nicht in echt gesehen hat?

Nun ja, darauf kann ich momentan nicht antworten. Wir werden sehen.

 

 

3.Eintrag

Veröffentlichen von heikleren Themen in den Medien

Dies sind meine persönlichen Notizen, die ich mir zu dem Thema „Aylan“ gemacht habe, als wir das in der Stunde besprochen haben. In dieser Stunde ging es unter anderem auch um die Frage, ob man solche Fotos, wie gerade das des toten Aylans, an die Medien weitergeben sollte. Hier sind einige Pro und Kontras aufgeführt, die in der Klasse zusammenkamen:

Ja, veröffentlichen

  • Verschafft Öffentlichkeit und Problembewusstsein
  • „Die Welt soll es sehen“ (Ob sie es dann wirklich sehen ist eine andere Frage)
  • Zurückhalten = lügen
  • Hat eine grosse Wirkung für einen guten Zweck
  • Kann symbolisch wirken (Man interessiert sich nicht spezifisch für den Jungen, er ist mehr ein „emotionales Symbol“ und ein Hinweis auf das Leid.)

Nein, nicht veröffentlichen

  • Personenrecht auf Veröffentlichung nicht gewährleistet (vor allem in Fällen von Toten)
  • „Überlebende fragen“
  • Abstossend! Totenehre / respektlos
  • Nicht zwingend nötig um das Flüchtlingsproblem zu erkennen
  • Überbewertung eines Einzelschicksals
  • Wird vergessen werden
  • Voyeurismus (Kick vom Moment (um zum Beispiel mit jemandem darüber zu reden und um zu zeigen, dass man informiert ist), schlussendlich ändert sich doch nichts)
  • Gefahr der Übersättigung (wenn man das Bild überall sieht, beginnt es einem mit der Zeit auf die Nerven zu gehen) und Kontraproduktivität
  • Frage: Geld für das Leid anderer? (→ Ausbeutungsthematik)

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2.Eintrag

Hate-Kommentare

Sie sind überall. Wie Insekten fressen sie sich durch die Kommentare von Posts (seien es Fotos, Videos, Tweets, etc.). Hauptsächlich tummeln sie sich unter den Beiträgen von „Celebrities“ (natürlich von anonymen Konten aus geschrieben, sonst könnte man einem ja noch identifizieren und selber von den Fans der Berühmtheit runtergemacht werden (was für eine Ironie).).

Ich denke, ich habe noch nie ein Bild von einer etwas berühmteren Person gesehen, das keinen einzigen von diesen Kommentaren hatte. Noch nie.

Und das ist irgendwie traurig.

online-kommentare-aufwerten_journalistblog_1530_1020_tonemappedUnd ich frage mich auch, warum? Warum muss man jemanden haten?

Ich meine, klar können nicht alle Menschen gleicher Meinung sein oder dieselben Dinge mögen. Das ist normal, liegt in der Natur des Menschen, kann man nicht steuern und wäre um ehrlich zu sein auch ziemlich langweilig. Was man aber steuern kann ist, wie man seine Meinung mit anderen teilt.

Ich persönlich kann auch die Hälfte aller heutigen Stars nicht wirklich leiden und finde auch nicht alle so wunderschön und die Musik auch nicht von allen gut, aber das ist für mich noch lange kein Grund, irgendwem eine negative Botschaft an den Kopf zu werfen! Das sind doch alles auch nur Menschen mit – Achtung Newsflash – Gefühlen, die bloss von uns „Normalsterblichen“ zu Göttern erkoren worden sind!

Ich verstehe die Beweggründe einfach nicht. Ist es Neid? Angst, dass man nie so erfolgreich werden wird? Ist es ein Akt aus purer Langeweile? Oder weil man einfach die Aufmerksamkeit braucht? Ich weiss es nicht. Da bin ich echt überfordert.

Was ich aber weiss, ist, dass ich es daneben und unnötig finde. Aber ich denke, es wird sie immer geben, diese Hater. Zumindest solange, bis Menschen lernen, manchmal einfach ruhig zu sein. Aber das wird höchstwahrscheinlich niemals passieren.

1.Eintrag

Liebe – Tinder – Social Media

 
Ich weiss nicht genau, wie ich den Eintrag des Propheten einschätzen soll. Ob wir das Lieben verlernt haben oder zu dumm dazu sind und es folglich nicht mehr verdienen. Kann man überhaupt zu blöd sein, um jemanden kennenzulernen?
Ich stimme der Autorin des Propheten-Eintrags nur in gewissen Abschnitten zu. Vielleicht sind wir wirklich zu dumm, um uns ausserhalb des Netzes zu treffen, allerdings finde ich „wir“ ein bisschen verallgemeinert.
Ich persönlich kenne niemanden, der eine Dating-App (sei es Tinder, Lovoo, E-Darling etc.) nutzt, zumindest nicht regelmässig oder sich wirklich dadurch mit jemandem trifft.
Ich sehe den Sinn dahinter auch nicht wirklich. Auf diesen Apps ist das Erste, was man von einer anderen Person sieht, ein Profilbild. Somit wird man wieder auf das Aussehen reduziert, beurteilt und in eine Schublade gesteckt. Die Persönlichkeit spielt ja keine grosse Rolle mehr (aber auf Twitter und Instagram grosse Worte wie „Der Charakter zählt“ veröffentlichen). Es lässt den Menschen nur um eines mehr oberflächlich erscheinen.
Wie auch immer, ich denke, dass die Verfasserin des Eintrags übertreibt mit der Aussage, dass ihre (unsere) Generation so dumm ist, dass sie Liebe nicht verdient. Ich gebe zu, das Treffen durch das Internet ist alles
andere als konventionell und überhaupt nicht so, wie in Büchern und Filmen beschrieben wird. Was aber noch lange nicht bedeutet, dass wir Liebe nicht verdienen oder sie nicht erfahren.
Vielleicht leben wir auch einfach in einer anderen Zeit, indem das Internet nunmal eine sehr zentrale Rolle spielt. Früher fand es auf der Strasse statt, heute im Netz. Was nicht bedeutet, dass sich nichts daraus entwickeln kann, treffen tut man sich schlussendlich ja trotzdem im „realen“ Leben.
Willkommen im 21. Jahrhundert 🙂
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